Die Kunst der Haarfarbe: Welche Haarfärbetechniken gibt es?

In den vergangenen Jahren hat sich in der Welt der Haarfarben und Techniken so einiges verändert. Was früher die Ansatzfarbe war, ist heute die Freihandtechnik oder eine der vielen anderen künstlerischen Techniken. Diese verleihen dem Haar Lebendigkeit, Dimension und Charakter.
Haarfarben sind längst nicht mehr nur zum Kaschieren von grauen Haaren da, denn jede Haarfärbetechnik erzählt eine ganz eigene Geschichte und kann gezielt genutzt werden, um deine Gesichtszüge zu betonen oder deinem Haar optisch zu mehr Volumen zu verhelfen.
Von klassischen Methoden wie Strähnen oder Ansatzfarben, hin zu modernen Freihandtechniken wie Balayage, Airtouch und Color Melting – Die Variationen sind grenzenlos. In diesem Artikel möchte ich dir einmal die wichtigsten Haarfärbetechniken vorstellen, damit du bei deinem nächsten Friseurbesuch genau weißt, was du möchtest.
Klassische Färbetechniken
Seit Jahren sind die klassischen Haarfärbetechniken das Fundament der Friseurbranche. Von der zuverlässigen Globalhaarfarbe über die praktische Ansatzfarbe ist alles dabei. Trotz aller Innovationen im Bereich der Haarfärbetechniken, sind diese Klassiker die Basis für viele modernere Färbetechniken.
Globalhaarfarbe
Die Globalhaarfarbe ist die grundlegendste Färbetechnik. Bei dieser Methode werden die Haare von Ansatz bis hin zur Spitze komplett mit derselben Haarfarbe eingefärbt.
Hierbei kannst du eine Haarfarbe verwenden, um eine lang anhaltende Färbung zu erzielen. Mit einer Tönung schonst du deine Haare – diese verliert dafür schneller ihre Farbintensität.

Egal, wofür du dich entscheidest, mit einer Globalhaarfarbe bekommst du einen gleichmäßigen Farbton und verleihst deinem Haar viel Glanz. Je nach Haarwuchs musst du deine Ansätze spätestens nach 4–6 Wochen nachfärben.
Ansatzfarbe
Bei der Ansatzfarbe konzentriert sich die Behandlung auf die nachwachsenden Ansätze. Da hier nicht die Längen und Spitzen mit gefärbt werden, ist dies schonender für dein Haar.
Deine Ansätze färbst du, wenn deine Naturhaarfarbe wieder sichtbar wird. Auch zum Kaschieren grauer Haare ist eine Ansatzfärbung perfekt geeignet.
Man kann die Ansatzfarbe auch mit einer Tönung in den Längen und Spitzen kombinieren, um ggf. die verblichene Haarfarbe wieder aufzufrischen. Typischerweise musst du eine Ansatzfarbe je nach Haarwuchs nach 4–6 Wochen auffrischen lassen.
Foliensträhnen
Foliensträhnen sind die vielseitigste und präziseste Art und Weise, um Strähnen zu setzen. Bei dieser Haarfärbemethode werden einzelne Haarsträhnen mit dem Stielkamm abgeteilt und je nach gewünschter Stärke heraus gewebt.
Hierbei teilt man die Strähnen ab, die natürlich bleiben, von denen, die als Strähne sichtbar werden sollen. Diese werden auf eine Folie gelegt und mit Haarfarbe oder Blondierung eingestrichen. Die Folie verhindert das Vermischen der Haarfarben untereinander und wirkt auch wärmeisolierend.

Mit dieser Technik kannst du gezielt Farbakzente setzen und hervorragend mehrfarbige Effekte erzielen, klassische Highlights oder tiefere Lowlights.
Kammsträhnen
Kammsträhnen werden mit einem Kamm in die Haare gezeichnet. Damit kann man gezielt an den Stellen Helligkeit erreichen, die man hervorgehoben haben möchte. Diese Technik erzeugt besonders natürliche, weiche Übergänge.
Da die Farbe nur oben auf den Haaren aufliegt, werden die Strähnen auch nicht so hell wie bei einer Foliensträhne.
Foliensträhnen eignen sich perfekt für dich, wenn du eine subtile Aufhellung oder dezente Farbakzente wünschst. Dabei wirkt das Ergebnis sehr natürlich und du bewahrst den ursprünglichen Charakter deiner Haare.
Haubensträhnen
Die Haubensträhnen sind ein Klassiker im Friseurhandwerk. Sie werden entweder mit einer Gummi- oder Schweißhaube aufgetragen. Hierbei werden einzelne Haarpartien mit einer Häkelnadel durch die Löcher gezogen.
Anschließend werden die herausgezogenen Haare gefärbt oder aufgehellt. Haubensträhnen sind besonders bei kurzen Haaren beliebt oder bei denen, die sich einen gleichmäßigen Strähnen-Look wünschen. Der große Nachteil bei dieser Technik ist jedoch, dass beim nächsten Termin nicht dieselben Strähnen nachgefärbt werden können, sondern man immer neue Strähnen einfärbt.
Moderne Haarfärbe- und Freihandtechniken
Moderne Haarfärbetechniken bieten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Kreativität und haben damit die Welt der Haarfarben revolutioniert. Bei den klassischen Methoden wird eher auf Hilfsmittel wie die Haube oder Folien zurückgegriffen.
Bei den modernen Methoden sind es eher Freihandtechniken, die sehr viel Geschick und Expertise erfordern.
Balayage
Die Balayage ist eine Freihandtechnik, bei der die Haarfarbe in feinen, streichenden Bewegungen aufgetragen wird. Dadurch entsteht ein besonders natürlicher Look und die Ansätze sind weich gestaltet.

Es entsteht je nach Helligkeit ein besonders sonnengeküsster Look. Die Besonderheit liegt bei der Balayage in den weichen, nahtlosen Übergängen, die besonders Tiefe und Bewegung ins Haar bringt. Die Balayage ist besonders pflegeleicht, da sie sanft und ohne Kante herauswächst. Dementsprechend erfordert sie weniger Auffrischung.
Ombré
Zu der Ombré-Technik gehört ein markanter Farbverlauf von dem dunkleren Ansatz zu den helleren Spitzen. Anders als bei anderen Farbtechniken beginnt hier die Strähne nicht am Ansatz, sondern fängt erst mittig vom Haar an.
Mit Ombré bekommst du einen besonders ausdrucksstarken Look. Der Vorteil ist hier, dass du deine Haarfarbe nicht so oft nachfärben lassen musst, da keine Kante entsteht.
Airtouch
Bei der Airtouch-Technik wird ein Föhn zum Selektieren der Haarpartien genutzt. Dieser trennt die kürzeren Haare von den Längen und so entsteht ein natürlicher Verlauf ohne sichtbare Übergänge.

Die Airtouch-Methode ist besonders bekannt für ihre sanften Übergänge. Diese verleihen dem Haar Lebendigkeit und Natürlichkeit. Sie wächst im Vergleich zu einer Ansatzfarbe sehr natürlich raus.
Color Melting
Bei der Color Meeting-Methode werden mindestens drei verschiedene Töne so ineinander verwoben, dass keine harten Übergänge oder Linien mehr erkennbar sind. Es werden dabei präzise Abstufungen und Farbübergänge geschaffen, um eine multidimensionale Tiefe zu schaffen.
Diese Technik kann man mit natürlichen Farbtönen gestalten. So kreierst du einen eleganten Look. Setzt du dahingegen auf kontrastreiche Nuancen, erhältst du einen dramatischen Effekt.
Babylights
Babylights sind ultrafeine Strähnen, die ein natürlich aufgehelltes Ergebnis erreichen sollen.
Hier werden Foliensträhnen extrem fein abgeteilt und eingefärbt. Es werden dabei ultrafeine Abteilungen gemacht, um einen subtilen schimmernden Effekt zu erzielen. Diese Technik eignet sich perfekt für feines Haar, da optisch mehr Volumen geschaffen wird.
Foilyage
Foilyage ist der Mix aus der Freihandtechnik Balayage und der präzisen Kontrolle der Foliensträhnen. Hier werden wie bei der Balayage auch die Strähnen zunächst frei Hand gemalt, aber zum Einwirken dann in eine Folie geschlagen.

Dies ermöglicht in der Einwirkzeit mehr Kontrolle und hellere Ergebnisse. Deswegen ist die Foilyage bestens für von Natur aus dunklere Haartypen geeignet oder auch für Kunden mit widerspenstigeren Harren. Hier hast du den Vorteil beider Techniken vereint, den weichen Effekt der Balayage, aber auch die kräftigere Leuchtkraft der Foliensträhnen.
Painting
Beim Painting ist das Haar quasi die Leinwand des Friseurs, bei dem er in einer intuitiven Freihandtechnik die Haarfarbe aufträgt. Dies ermöglicht dem Friseur, sehr individuell auf den Kunden angepasste Strähnen zu zaubern.
Hierbei erhältst du einen besonders natürlichen Look mit weichen Übergängen.
Root Shadow
Jeder kennt das Problem der sichtbaren Ansätze – Root Shadows sind die Antwort darauf. Bei dieser Technik werden die Ansätze absichtlich dunkler gefärbt und nach unten hin heller verblendet, um einen extrem weichen Übergang zu den Längen zu schaffen.
Damit wirkt es nicht nur natürlicher, sondern du kannst das Intervall deines nächsten Termines auch verlängern, da deine Ansätze so kaum mehr sichtbar sind.

Fazit: Welche Strähnentechnik passt denn nun zu mir?
Wie du merkst, ist die Welt der Haarfärbetechniken groß und vielfältig. Von den klassischen Färbetechniken wie Ansatzfarbe oder Haubensträhnen bis zu den modernen Freihandtechniken wie Balayage oder Painting – du hast die Qual der Wahl.
Die klassischen Verfahren überzeugen eher durch ihre Präzision und Vorhersehbarkeit. Wo die modernen Techniken eher weichere Resultate erbringen, die auf den ersten Blick zwar aufwendiger (und teurer) sind, aber man länger, was davon hat.
Unabhängig von der gewählten Technik ist das abschließende Glossing ein wichtiger Veredlungsschritt. Mit dem Glossing kann man gewünschte Reflexe einbringen oder aber auch wegmachen. Zudem verliehst du deinem Haar damit einen Glanz und sorgst dafür, dass die Farbe nicht so schnell ausbleicht.
Welche der Techniken jedoch letztlich zu dir passt, ist reine Geschmackssache. Gehe dafür am besten zu deinem Friseur des Vertrauens und lass dich beraten – Sie kennen dich und deine Haare am besten.